Historie

DSW 1912 Darmstadt – Bilanz eines erfolgreichen Schwimmklubs

Helmuth Kempf und Yannick Lebherz, Stand 20.09.2012

Drei Weltrekorde, 179 Deutsche Rekorde, – davon 23 seit 1988 -, 141 Deutsche Meisterschaften, – davon 26 seit 1989 -, 251 Süddeutsche Meisterschaften seit 1952 und nicht weniger als 1038 Hessische Meisterschaften seit 1951 – das ist die Erfolgsbilanz der Schwimmabteilung des DSW 1912 Darmstadt, der außerdem über eine Wassersport-, eine Volleyball- und eine sehr erfolgreiche Triathlon-Abteilung verfügt.

Besonders stolz ist man auf den sechsmaligen Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft bei den Herren (1960-1963, 1965 und 1966) und den Titelgewinn der Damen 1973 in der 1970 gegründeten Schwimm-Bundesliga.

Im Jugendbereich wurden bislang 179 Deutsche Jugend- und Jahrgangsmeisterschaften gewonnen. Außerdem wurden von 13 verschiedenen Athleten 306 deutsche Jahrgangsrekorde bei den zwölf- bis neunzehnjährigen aufgestellt.

52 Schwimmerinnen und Schwimmer des DSW 1912 Darmstadt erhielten zwischen 1924 (Friedel Berges) bis zum Jahre 2012 (Marco Koch/Yannick Lebherz) insgesamt 343 Berufungen in die deutsche Junioren- bzw. A-Nationalmannschaft.

Bei den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne gehörten Ingrid Künzel und Hans Köhler der gesamtdeutschen Mannschaft an. 1960 waren Uwe Jacobsen und Hans-Joachim Klein in Rom dabei und 1964 standen mit Traudi Beierlein, Uwe Jacobsen und Hans-Joachim Klein sogar drei DSW-Schwimmer in der gesamtdeutschen Olympiamannschaft in Tokio, der DSW-Cheftrainer Janos Satori als erster Bundestrainer des Deutschen Schwimm-Verbandes ebenfalls angehörte. Heike Hustede und Werner Freitag waren 1968 in Mexico-City im Olympiaaufgebot, während Heike Hustede-Nagel und Andreas Weber 1972 die deutschen Farben bei den Olympischen Spielen in München vertraten. Peter Lang war 1984 Olympiateilnehmer in Los Angeles, während ihm, genau wie Thomas Lebherz, 1980 die Olympiateilnahme in Moskau durch den bundesdeutschen Boykott versagt blieb. Erst zu den olympischen Spielen von London im Jahre 2012 konnten sich wieder Mitglieder unseres Vereines qualifizieren. Marco Koch und Yannick Lebherz, der mittlerweile das Startrecht für den Potsdamer SV inne hat, gingen bei den Spielen der XXX. Olympiade an den Start.

Uta Schütz war 1973 Teilnehmerin an den ersten Schwimm-Weltmeisterschaften in Belgrad. 1975 stand Angela Steinbach in Cali (Kolumbien) im deutschen WM-Aufgebot. Thomas Lebherz und Hans Pfeffer nahmen 1978 an den Weltmeisterschaften in Berlin teil und Peter Lang war 1982 Teilnehmer an den vierten Weltmeisterschaften im Guayaquil (Ecuador). André Schadt gewann 1986 bei den Weltmeisterschaften in Madrid, an denen auch Thomas Lebherz teilnahm, Silber mit der 4×100 m-Lagenstaffel des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV). Marco Koch und Yannick Lebherz nahmen erfolgreich an den Weltmeisterschaften 2009 in Rom teil, in Shanghai 2011 vertrat wiederum Yannick die Farben des DSW.

Mit drei Silbermedaillen in den gesamtdeutschen Staffeln über 4×100 und 4×200 m-Freistil sowie 4×100 m Lagen und einer Bronzemedaille über 100 m Freistil war Hans-Joachim Klein Europas erfolgreichster Schwimmer der Olympischen Spiele 1964 in Tokio. Uwe Jacobsen kehrte mit einer Silbermedaille über 4×100 m-Freistil aus Japan zurück und war als „zweitbester Darmstädter“ immerhin Achter im olympischen Finale über 100 m Freistil.

Hans-Joachim Klein schwamm zudem während seiner sportlichen Laufbahn Weltrekorde über 200 m Freistil und 200 Yards Freistil.

Heike Hustede gewann bei den olympischen Spielen 1968 in Mexico mit der 4×100 m-Lagenstaffel als Schmetterlingsschwimmerin die Bronzemedaille. Schon 1966 sorgte sie im holländischen Utrecht mit ihrer Silbermedaille über 100 m Schmetterling für die einzige Medaille des DSV bei den Europameisterschaften. Bronze gab es für sie noch einmal 1970 bei den Europameisterschaften in Barcelona, als sie im Alter von 24 Jahren mit der bundesdeutschen 4x100m Lagen-Staffel dritte wurde.

1974 gehörten Uta Schütz und Angela Steinbach zum DSV-Aufgebot bei den Europameisterschaften in Wien und 1981 waren Peter Lang und Thomas Lebherz EM-Teilnehmer im kroatischen Split.

1985 wurde Thomas Lebherz in Sofia (Bulgarien) als Rückenschwimmer mit der 4×100 m Lagen-Staffel  Europameister, was André Schadt mit der 4×100 m Freistil-Staffel ebenso gelang. 1989 wiederholte André Schadt diesen Erfolg bei den Europameisterschaften in Bonn. In den Jahren 2010 und 2012 nahmen Yannick Lebherz und Marco Koch an den Europameisterschaften in Budapest bzw. Debrecen teil. Marco gewann im Mai 2012 dabei die Silbermedaille über 200 m Brust.

Thomas Lebherz, der acht Deutsche Rekorde über 200 m Rücken erzielte und mit 170 Jahrgangsrekorden erfolgreichster deutscher Jugendschwimmer aller Zeiten ist, vertrat die deutschen Farben 29mal, davon 20mal in der A-und B-Nationalmannschaft. Bei den Jugend-Europameisterschaften 1976 in Oslo erkämpfte er sich gegen die durchweg zwei Jahre ältere Konkurrenz zwei Bronzemedaillen im 100- und 200 m-Rückenschwimmen. 1978 in Florenz war er mit mehreren Silber- und Bronzemedaillen erfolgreichster deutscher Teilnehmer der Jugend-EM.

Hans-Joachim Klein war von 1958 bis 1966 21mal Mitglied der deutschen Nationalmannschaft, Yannick Lebherz (2005-2011) 20mal. Marco Koch wurde zwischen 2006 und 2012 17mal für Wettkämpfe der Nationalmannschaft nominiert. Je 16mal vertraten Ingrid Künzel (1954-1960) und Uwe Jacobsen (1959-1966) die deutschen Farben. 15mal gehörte Traudi Beierlein (1960-1965) und 14mal Heike Hustede-Nagel (1968-1972) der Nationalmannschaft an. Je zwölfmal vertraten Hans Köhler (1954-1957), Peter Lang (1980-1985) und André Schadt (1983-1991) die deutschen Farben, während Anke Janssen von 1981 bis 1985 elfmal für den DSV im Einsatz war.

Immerhin acht Einsätze in der National- und Jugend-Nationalmannschaft hatten Friedel Berges (1924-1929), Werner Freitag (1968-1971), Andreas Weber (1968-1975), Robert Tentscher (1970-1976), Michael Dettelbacher (1974-1978), Marc Vaupel (1978-1983) und Katja Kumpf (1981-1985).

Vaupel war 1978 Teilnehmer an den Jugend-Europameisterschaften in Florenz, Katja Kumpf gewann bei den Jugend-Europameisterschaften 1982 in Innsbruck und 1983 in Mulhouse/Frankreich je eine Bronzemedaille. 1985 und 1986 nahm Ulrike Reinholdt an Jugendeuropameisterschaften teil, wobei 1986 in Berlin mit Yvonne Benz eine zweite Aktive des DSW im Kader stand. Zehn Jahr später wurde Susanne Notbohm vom Jugendbundestrainer für die Freistil-Staffeln in den Kader für die JEM in Kopenhagen berufen. Weitere zehn Jahre später nahm dann Yannick Lebherz in Palma de Mallorca an der Jugend-EM teil und krönte seine zweite Berufung im Jahre 2007 (Antwerpen) mit je einer Silber- und Bronzemedaille. Auch DSW-Trainer Alexander Kreisel war in diesem Jahr dabei, da mit Marco Koch ein zweiter Schwimmer im Aufgebot stand. Dieser hatte ein Jahr später seinen großen Auftritt, als er in Belgrad Jugendeuropameister über 200 m Brust wurde, Silber über 100 und Bronze über 50 m Brust gewann.

1962 wurde der DSW 1912 Darmstadt anlässlich seines 50-jährigen Bestehens als erster deutscher Sportverein vom Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet, nachdem diese höchste Ehrung im deutschen Sport zuvor nur  Einzelsportlern und Nationalmannschaften zuteilwurde.

1977, 1982 und 2000 zeichnete der Deutsche Schwimm-Verband den DSW 1912 für die erfolgreichste Jugendarbeit aus.

Am 12. Juli 1991 stellte der DSW 1912 vor heimischer Kulisse im vereinseigenen 50 m-Freibad in Darmstadt einen Weltrekord über 100×100 m Freistil auf. Die Zeit von 1 Stunde 42 Minuten und 28,6 Sekunden hatte lange Bestand im „Guinness-Buch der Rekorde“.

In den Jahren 2001-2012 konnte sich unsere Abteilung vor allem durch die hervorragende Nachwuchsarbeit wieder einen Namen im deutschen Schwimmsport machen. Vier verschiedene Schwimmer erzielten seit September 2001 85 deutsche Altersklassenrekorde: Marco Koch (49), Yannick Lebherz (31), Chantal Noe (4) und Tamara Rock (1). Zudem wurden in den Jahren 2000-2009 35 deutsche Jahrgangsmeisterschaften durch sieben verschiedene Schwimmer gewonnen.

Bei den deutschen Mannschaftsmeisterschaften gelang 2006 nach jahrelanger Abstinenz die  Rückkehr  in die erste Schwimmbundesliga bei den Herren, was nach dem  erneuten Abstieg (2007) im Jahre 2009 wiederholt werden konnte. Die erste Damenmannschaft scheiterte in den letzten Jahren mehrfach an der Rückkehr in die zweite Liga, in der zuletzt 2005 geschwommen wurde.

1964 wurde das weltbekannte „Internationale Schwimmfest“ ins Leben gerufen, zu dem  alljährlich Spitzenschwimmer aus allen fünf Kontinenten nach Darmstadt kommen. Nach dem Auftakt im Woog wurde dieses größte von einem Verein veranstaltete Schwimm-Festival bis 1976 im Eberstädter Mühltalbad durchgeführt, ehe man ins vereinseigene 10-Bahnen-Freibad im Bürgerpark Nord umzog, wo vom 6. bis 8. Juli 2012 die 49. Auflage stattfand, sodass im kommenden Jahr mit der fünfzigsten Auflage erneut ein Jubiläum ins Haus steht.

Seit 1969 betreibt der DSW 1912 als Nachwuchsschmiede der Schwimmabteilung eine Schwimm-Schule für Kinder im Vorschulalter, in der bisher mehr als 9000 Mädchen und Jungen den Umgang mit dem nassen Element gelernt haben.

Seit 1970 organisiert der DSW 1912 auch den Nachwuchs-Schwimmwettbewerb um den „Großen Preis des Darmstädter Echo“, einer wohl einmaligen Veranstaltung in Deutschland, an der inzwischen Kinder im Alter zwischen vier und zwölf Jahren mehr als 33.000 Starts absolviert haben.

2012 wurde der DSW 1912 zum 100-jährigen Vereinsjubiläum mit der Silbernen Verdienstplakette, der höchsten Auszeichnung der Stadt Darmstadt, der Sportplakette des Bundespräsidenten und der Silbernen Ehrenplakette des Landes Hessen ausgezeichnet.

 

 

 

 

 


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